Antrag der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Seelze
Beschlussvorlage XVIII/0852 – Januar 2026
Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Seelze stellt folgenden Antrag:
Der Rat der Stadt Seelze möge beschließen:
1.) Im Ortsteil Seelze wird eine attraktive, moderne und zukunftsweisende Innenentwicklung ermöglicht, die Wohnen, Arbeiten, Kultur und Verwaltung in einem neuen, lebendigen Ortskern verbindet.
2.) Die Verwaltung wird beauftragt, mit dem Vorstand der WGH Wohnungs-Genossenschaft Herrenhausen Gespräche aufzunehmen, um gemeinsam eine umfassende innerörtliche Neuentwicklung im Bereich Hannoversche Straße, Heimstättenstraße und Schillerstraße zu realisieren.
3.) Im Einvernehmen mit der WGH lässt die Stadt Seelze eine städtebauliche Studie erstellen. Die Kosten hierfür trägt die Stadt Seelze.
4.) Die Studie soll mindestens folgende Kriterien berücksichtigen:
a) Attraktives, modernes Wohnkonzept – zeitgemäß, zukunftsorientiert, familienfreundlich.
b) Gewerbe- und Verwaltungsnutzung – Einbindung von Flächen für soziale Einrichtungen sowie für die Stadtverwaltung, inklusive eines modernen Front-Offices (z. B. neues Bürgerbüro).
c) Architektonische Einbindung – Anlehnung an den „Alten Krug“ mit rotem Klinker; historische Bezüge der Stadt Seelze sind gestalterisch zu berücksichtigen.
d) Tiefgaragenanlage – zentrale Parkanlage für Mieter, Gewerbe und freie Vermietung mit mindestens zwei Ein- und Ausfahrten zur Verkehrslenkung und Verkehrsberuhigung.
e) Aufenthaltsqualität – nachhaltige Steigerung der Lebensqualität im Ortskern, inklusive eines neuen „Seelzer Marktes“ als Begegnungsort u.a. für den Wochenmarkt und Kulturveranstaltungen.
f) Verkehrsberuhigung – Prüfung einer (Teil-)Entwidmung der Schillerstraße mit ggf. Weiternutzung für den Busverkehr und/oder zumindest Teilsperrung für den Autoverkehr.
g) Erweiterung der Wohnflächen – baurechtliche Zulassung eines zusätzlichen weiteren
Geschosses gegenüber dem heutigen Bestand, um mehr Wohnraum zu schaffen.
h) Kultureller Veranstaltungsraum – Integration eines Saales, der für kulturelle Veranstaltungen und ggf. auch als neuer Ratssaal genutzt werden kann.
i) Entwicklung eines „Seelzer Weges“ – die Verkehrsmittel werden nicht gegeneinander ausgespielt.
Begründung für den „Seelze-Plan“
Der „Seelze-Plan“ verfolgt ein zentrales Ziel: den Schutz aller Mieterinnen und Mieter. Niemand wird durch die geplante städtebauliche Entwicklung seine Wohnung verlieren – das ist ein verbindliches Versprechen. Im Gegenteil: Es entsteht neuer moderner Wohnraum im Zentrum von Seelze.
Die Wohnungs-Genossenschaft Herrenhausen WGH verfügt im Bereich Hannoversche Straße, Heimstättenstraße und Schillerstraße über umfangreiche Immobilienbestände, die zwar saniert, insgesamt jedoch in die Jahre gekommen sind. Die klare Eigentümerstruktur bietet der Stadt Seelze eine einmalige Chance, gemeinsam mit der WGH eine größere, innerörtliche Entwicklung im Herzen von Seelze umzusetzen.
Die Einbeziehung der Schillerstraße eröffnet neue städtebauliche Möglichkeiten: Verkehrsberuhigung, zusätzliche Grün- und Begegnungsflächen sowie der Rückbau oberirdischer Parkflächen zugunsten von Wohn- und Gewerbeflächen. Eine zentrale Tiefgarage kann Autos aus dem Stadtbild nehmen, neue Parkmöglichkeiten schaffen und Flächen für eine moderne, lebenswerte Stadtgestaltung freimachen. Die Entwicklung eines neuen „Seelzer Marktplatzes“ belebt den Ortskern als kulturellen und wirtschaftlichen Treffpunkt neu. Gleichzeitig kann die Stadtverwaltung durch Integration moderner Arbeitskonzepte und eines Frontoffices ihre eigenen räumlichen Engpässe lösen.
Insgesamt bietet das Projekt die Chance, Seelze zukunftssicher, attraktiv und wettbewerbsfähig im Vergleich zu anderen Kommunen in der Region Hannover aufzustellen. Die Umsetzung erfolgt in mehreren, aufeinander abgestimmten Bauabschnitten, sodass zu keinem Zeitpunkt Wohnraum für die jetzigen Bewohnerinnen und Bewohner verloren geht. Da sich Wohnbestände erfahrungsgemäß innerhalb von sieben bis acht Jahren durch natürliche Fluktuation verändern, kann die Entwicklung behutsam und sozialverträglich erfolgen. Durch den Verzicht auf Neuvermietungen ab bestimmten Bauphasen ist gewährleistet, dass alle Mieterinnen und Mieter ihr Zuhause im Ortsteil Seelze behalten.
Doch der „Seelze-Plan“ bedeutet weit mehr als Bauen und Sanieren. Er steht für die Zukunft des Ortsteils – für Aufbruch, Modernisierung und ein neues, positives Stadtbild. Unser Ziel ist es, Seelze wieder zu einem lebenswerten, starken und stolzen Ort zu machen. Ohne den Seelze-Plan droht der Ortsteil weiter abzurutschen und im Wettbewerb mit anderen Kommunen in der Region immer weiter zu verlieren. Fehlende Investitionen, veraltete Gebäude und mangelnde Perspektiven könnten Seelze langfristig in eine soziale Schieflage führen – mit der realen Gefahr, dass der Ortsteil zu einem Ghetto wird.
Genau das wollen wir verhindern. Mit dem „Seelze-Plan“ setzen wir ein klares Zeichen: Wir gestalten Zukunft, statt sie zu verpassen. Investitionen in den Immobilienbestand sind entscheidend für die Stadtentwicklung und die Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger. Sie schaffen neuen Wohnraum, sichern Arbeitsplätze, fördern den Einzelhandel und stärken das gesellschaftliche Miteinander.Der „Seelze-Plan“ ist ein Zukunftsversprechen – für eine Stadt, die sich weiterentwickelt, für Menschen, die hier leben, und für einen Ortsteil, der wieder Hoffnung und Perspektive bekommt.